Offener Brief an den Europäischen Bürgerbeauftragten und die Mitglieder des EU Parlaments

Lest einfach:

innerwelt

Aufruf:

Um diesen Brief möglichst weit zu verbreiten, brauchen wir eure Hilfe!

Zum einem könnt ihr hier in den Kommentaren unterzeichnen und damit öffentlich zeigen, dass wir viele sind.

Aber wir haben da noch ein Anliegen:
Er wird zwar einmal im Original an die entsprechende Stelle der EU versendet, aber damit wir wirklich gehört werden, möchte ich euch bitten, diesen Brief zu kopieren (copy and paste) und ihn an eure EU-Abgeordneten zu schicken.

Bitte vermerkt hier in den Kommentaren, welche Abgeordneten (+ Angabe Bundesland) schon angeschrieben wurden. Gerne auch doppelt und dreifach. Es soll nur darum gehen, dass wir sehen, welche Abgeordneten und Bundesländer noch ausstehen. Optimal wäre es, wenn jeder EU-Abgeordnete mindestens eine Fassung des Briefes erhält.
http://www.europarl.de/de/europa_und_sie/das_ep/abgeordnete.html

Gerne kann dies auch in den anderen EU- Staaten verbreitet werden. Umso mehr, umso besser.
Da es sich um die EU handelt, stellen wir dem Brief sowohl auf Deutsch als auch…

Ursprünglichen Post anzeigen 1.569 weitere Wörter

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Metamorphose

Hallo liebe Leser,

es ist schon lange her, als hier etwas Neues erschien. Selbst der Bloggeburtstag wurde durch uns massiv ignoriert, ja unterschlagen.
Wir haben aber eine prima Ausrede dafür : keine Zeit.
Reicht nicht?
Mist.

Ok,  dann eben sehr wenig Zeit und noch weniger Ruhe,  um sich einfach mal hinzusetzen und loszutippen.
Das Ganze gemischt mit einem schlechten Gewissen, wenn man anstatt das neue Heim weiter herzurichten am Rechner hockt und irgendwelchen Kauderwelsch in einen kaum gelesenen Blog hackt.
Wenn es irgend jemand tröstet, auch auf emails antworten wir momentan nicht wirklich. Noch nicht einmal den Menschen, bei denen es ihm wichtig ist von ihnen zu lesen.

Warum?
Oh. Jetzt müssen wir wohl bissl was erzählen Claus-Herbert,  sonst kommt hier keiner mit.
Hast du irgendwie eine Ahnung wo wir anfangen sollten?
Nicht?
Danke, du bist wirklich eine große Hilfe *schmoll*
Ach, jetzt doch. Na siehste, geht doch.

Punkt 1: Tagesform

Blödes Thema, aber was solls.

Unruhig, ständig das Wissen im Kopf etwas nicht gemacht zu haben, so viele Telefonate, Termine und Rückfragen nicht erledigt zu haben, extremer Zeitverzug bei den selbst auferlegten Arbeiten im Haus und dann dieser fast permanente Tunnelblick.
Das ist extrem anstrengend.
Oben drauf kommt noch dieses ominöse Gefühl mit dem bevorstehenden Weihnachtsfest irgendwie nichts zu tun zu haben.
Die Deko ist da, der Baum wurde auch schon gekauft. Kinder sind aufgeregt und Claus-Herbert guckt als wäre er im falschen Film.

Wie man sieht ist es nicht anders als letztes Jahr. Naja, fast zumindest.
Egal, weiter im Text.

Punkt 2: Streitkultur

Dazu kommen Missverständnisse, die zu Streits werden. Unangenehme Streits. Dort wird er dann richtig ungerecht.
Sehr sogar.
Im Streit blendet er das komplett aus, aber danach merkt er was da ablief und es ist sehr erschreckend. So erschreckend, dass er am liebsten im Boden versinken würde. *schäm*
Die Ausrede “ ich wurde provoziert“ lässt er nicht gelten. Die Schuldgefühle sind übermächtig. Dazu die Angst noch gemeiner zu werden, noch ungerechter.
Irgendwie muss er an sich arbeiten um genau das zu verhindern.
Stellt sich allerdings die Frage, wie das gehen soll.

Punkt 3: Eigenwahrnehmung.

Bisher glaubte er, den Überblick und vor allem im heimischen Bereich alles im Griff zu haben.
Komischerweise ist aber scheinbar genau das nicht der Fall!
Er nimmt wahr, die meisten Entscheidungen zu treffen, in Wirklichkeit ist aber genau Claus-Herbert derjenige der mit jeder Entscheidung nahezu überfordert ist. Sogar bei relativ kleinen Entscheidungen z.B. welcher Topf oder welche Tu… ähh Plastikdose denn nun in diesen Schrank gehört, da war relativ schnell Ende im Gelände (RW).

Ist es vielleicht das was in den letzten 256 Jahren bei ihm so schief gelaufen ist? Seine Wahrnehmung von sich? Ist das der Grund warum irgendwann alles den Bach runter ging (RW)?
Ist er in Wirklichkeit der egoistische Täter und nicht nur das missverstandene Opfer?
Waren seine Träume auf diesen verschobenen Wahrnehmungen begründet, so ist es kein Wunder das sie platzten wie Seifenblasen……

Wenn dem tatsächlich so ist, dann ist Claus-Herbert wirklich in der Metamorphose.
Und zwar von der Einbildung zur Realität. Also nicht diese Weiterentwicklung von der Kaulquappe zum Frosch, sondern vom eigensinnigen „Alleskönner“ zum ..mh, ja was denn nun?
Egal was es ist, zumindest weit weg vom dem was er bisher meinte zu sein.

Kurz, es kreiselt ganz gewaltig in Claus-Herberts Oberstübchen.
Sozusagen eine Achterbahn mit Kettenkarussell im Autoscooter, ah yeah …….
Mal sehen wohin dieses Gedankenchaos ihn noch führt.

Und jetzt ist mal wieder Schluß mit Schreiben. Da warten eine Lichterkette und ein Weihnachtsbaum auf die Vereinigung.

Allen ein frohes Fest und falls wir uns nicht nochmal melden, einen guten Rutsch.

Lebenswandel

Moin Moin Claus-Herbert,

Na du einarmiger Paddelbootheizer, was macht die Kunst?

Geht so? Wie, geht so?
Red doch mal mit mir, wo drückt der Schuh?
Kaffee? Ja?  Ok, kommt sofort……
Soo, Büdde. Aber jetzt raus mit der Sprache!
Was? Oh, die Milch.. Moment…. So.
Dieser Post schlummert nun schon einige Wochen als Entwurf auf dem Server, es wird Zeit ihn rauszulassen. Oder?
Dann los:

Claus-Herbert ist umgezogen. Mit Kind versteht sich. 
Umziehen ist bekanntlich stressig. Gehört wohl irgendwie dazu.
Geschätzt, Millionen von Kartons, noch viel mehr Möbelteile und ganz viel von diesem Ominösen „ach das bisschen holen wir später „.
Gefühlt eine Mammutaufgabe, reel das blanke Chaos und pessimistisch betrachtet unmöglich zu bewältigen.
Naja und vorher mal eben schnell das ganze Haus noch malern. Hinterher die alte Wohnung. Alles in allem 270m2 Wohnfläche weiß tünchen und dann mit Farben einen wohnlichen Touch verpassen. Genau Claus-Herbert, mal eben schnell neben arbeiten, und Kind versorgen, dafür ohne Urlaub. Logisch, mal schnell…

Claus-Herbert kann das und macht es auch gern. Immerhin ist es der Aufbruch in einen Neuanfang.
Ein schwer erkämpfter.
Seine Leistungsfähigkeit stellt er mit diesem Projekt massiv auf die Probe. Irgendwie war das mit Mitte 20 alles einfacher. …..

Aber er schafft es.
Leider nicht ganz ohne Hilfe. Die hatte er auch bitter nötig und nahm sie deswegen -als er sich eingestehen muss es nicht in dem Zeitfenster hinzubekommen- zähneknirschend an. Und irgendwie ist er überhaupt nicht zufrieden damit, oder besser mit sich.
Ach Claus-Herbert, das hat doch nichts mit Versagen zu tun, Hilfe annehmen ist richtig und notwendig. Allein geht nun mal nicht alles ,du oller Brummelbär!

Im neuem Heim ist er mit seinem Lieblingsautist nicht mehr allein!
Neee, da kamen noch paar Autisten dazu.
Eine Autisten-WG sozusagen.
Der Gedanke war viel zu verlockend um diesen Schritt nicht zu wagen.
Die Vorteile für alle Beteiligten liegen auf der Hand. Die Kinderbetreuung ist nun mal etwas anders bei Autisten und dementsprechend nicht mal eben durch irgendjemand zu bewerkstelligen. Da gibt es immer wieder Situationen die , naja sagen wir autistengerecht gelöst werden müssen.
Hier ist eine ganz klare Linie gepaart mit dem Vermögen Situationen schnell analysieren zu können, unersetzlich. Ohne die Konfliktursache zu kennen ist es nicht möglich diese gerecht bereinigen zu können.
Bisher klappt das prima. Nicht zuletzt weil es den Kindern Sicherheit gibt, die wiederum ist Basis für Vertrauen und schafft ein Umfeld in dem die kleinen Autisten sich irgendwie geborgen fühlen.

Dazu kommen noch solche „Kleinigkeiten“ wie Einkaufen, Behördengänge und so weiter.
Jugendämter, Schule, Schulpsychologen und Offene Hilfen müssen aktiviert, sensibilisiert und eingebunden werden. Tja, und dann hoffentlich perfekt funktionieren.
Da ist so mancher Nichtautist schon an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit, die mitbewohnende Autistin allerdings im Normalfall schon davor.
Claus- Herbert hilft jedoch gern, immerhin hat er das alles schonmal hinter sich gebracht und ist dadurch etwas im Vorteil. Er weiß was eine Schulbegleitung für sein Kind bringt, wie man diese beantragt und wollte es auch für XXX schaffen. Damit auch dieses Kind eine wirkliche Chance bekommt. Hat nach einigen Rückschlägen dann doch geklappt. Erleichterung ist viel zu milde ausgedrückt, vielleicht eher Freude, Zufriedenheit, irgendsowas.

Zum Zweiten hat Lieblingsautist jetzt andere Kinder zum spielen direkt im Haus. Das diese auch autistisch sind, ist dabei sicher kein Nachteil. Jetzt kann und muß auch daheim „Sozialkompetenz“ geübt werden. Das Miteinander hat Vorteile, aber auch einige Hürden für Lieblingsautist!
Da sind dann solche komischen Dinge wie Rücksichtnahme, Teilen und gemeinsames Spielen gefragt.
Sie sehen es aber als gemeinsame Chance. Eine Möglichkeit im kleinen Rahmen Dinge zu testen, Grenzen auszuloten, herausfinden wieviel Miteinander erträglich ist und wie man für sich die Grenzen setzen lernt.
Keiner hat gesagt, dass sowas einfach ist. Aber eine riesen Möglichkeit und die Kinder nehmen sie an. Sie lernen und machen wirklich gute Fortschritte.

Kurzum viel Arbeit, viel Stress. Aber es lohnt sich! Allein die Kinder sind es allemal wert.

Und Claus-Herbert ist in seinem Element. Für andere da sein kann er……

Bis dann. Wir haben noch was zu tun.

Man liest sich 🙂

Wie versaue ich mir den Tag

Eigenlich wollten wir als nächstes über diesen Award schreiben, weil wir da so gar keinen Plan haben. Aber heute ist etwas wichtigeres dazwischen gekommen.

Kurz um, der kleine Lieblingsautist ist bei der Tagesmutter komplett ausgerastet :-O
Musste noch vor dem Mittagessen abgeholt werden, weil nichts mehr ging.

Claus-Herbert sitzt jetzt hier im Zug und ist weit weg vom Ort des Geschehens. Mist, verfluchter!

Was ist passiert.
Die Kinder durften am Vormittag etwas mit der X-Box spielen. Jeder 15 min, so die Ansage der Tagesmutter. Soweit so gut.
Lieblingsautist ist die Nummer 3 im Bunde und wartet geduldig. So einfach ist das mit Autisten, klare Ansage und schon ist alles gut.
Dann der Supergau.
Kurz bevor er an der Reihe ist, kommt Nummer 4 zu Besuch und die Tagesmutter liquidiert zum einen ihren eigenen Plan, zum Anderen die bevorstehende Spielzeit von Lieblingsautist inklusive seiner Selbstbeherrschung und als Summe des Ganzen ihren kompletten Tag! Ach was sag ich, den Tag von einigen Leuten.

Tja, Claus-Herbert, was soll ich sagen. Das Kind ist völlig zurecht wütend geworden. Wäre ich genau so.
Auch wenn es sicher keine Rechtfertigung oder gar Entschuldigung ist, die Tagesmutter anzuschreien, aber hey, das hat sie sich ganz allein eingebrockt. Leider war Claus-Herbert nicht dabei, sonst hätte er entweder gegensteuern oder zumindest das Kind mental einfangen können.
Zum Glück für die Tagesmutter war Claus-Herbert nicht dort, als sie der durch diesen Vorfall noch vor dem Mittagessen angekommenen Mama gütigerweise sagte, sie hätte ihm verziehen! Das hätte ganz sicher den nächsten Ausraster ausgelöst und diese Mal nicht vom Kind……

Es ist und bleibt ungerecht!
Es ist falsch und kann nicht durch den Ausraster des Kindes überdeckt werden. Zumindest für unser Empfinden.

Da der sich aber erst in der Firma und dann in einem ICE versteckt, ist er nicht greifbar.
Er hat dann am Telefon versucht der Mama zu erklären, wie sie es dem Kind erklären soll. Grmpf, das kam nicht an. Sie hat es nicht wirklich verstanden.
Das Kind darf verdammt noch mal wütend sein, es ist sein gutes Recht!
Der Fehler liegt weit weg von ihm und er wird als der böse unbeherrschte Autist wahrgenommen! Das ist so ungerecht und gemein. Und dann auch noch am Besuchswochenende bei Mama.

Ach ja und wo ist Papa? So sind die Männer eben, nie da wenn man sie braucht….. 😦

Vielleicht ist es aber besser so, daß Claus-Herbert nicht greifbar war. Er reagiert sehr impulsiv bei Ungerechtigkeiten und ganz besonders gegen seine Kinder. Besser für alle Beteiligten.

Bis die Tage

Außerirdisch

 

Grias di, Claus-Herbert, olde Bretterhütt`n.

Wia geht`s da denn?
Guat? Jo, mei, des is ja ganz was neu`s.

Ok, ok. Wir wechseln in den Hochdeutschmodus. *Schalter umlegt*

Erzähl mal, was ging so in letzter Zeit?

Also. Nur zur Info für die, die nach dem lesen eines Artikel tatsächlich immer noch dabei sind: Es hat sich ein Vermieter erbarmt uns eine neue Bleibe zu geben.
Mit einigen Tricks zwar, aber immerhin. Der Mietvertrag ist unterschrieben. Fertig!

Aber darum soll es heute nicht gehen, oder Claus-Herbert?
Nich? Sag ich doch.

Wir behandeln heute mal eine Thema, welches dem ein oder anderen Mitmenschen bekannt vorkommen dürfte.
Der Titel verrät es: Außerirdische sind unter uns.
Glaubt ihr nicht? Dann müsst ihr mal den kleinen Lieblingsautisten fragen, der hat das erst klipp und klar verbalisiert sowie logisch begründet!

Aber von vorn:

Der kleine Lieblingsautist war furchtbar aufgeregt.
Positiv aufgeregt. Zappeln, Kreise laufen, hüpfen, Hände klatschen… Das ganze Programm.
Die große Fahrt ins Schullandheim stand auf dem Programm.
Er wusste noch nichtmal wie er überhaupt schlafen können soll!
Papa hat die Lage versucht zu entschärfen und hat ihm erlaubt bei ihm im Papazimmer zu nächtigen.

Ok. Kind etwas ruhiger. Allerdings nur etwas.
Irgendwann kam er zum gefühlt 824-sten mal raus und forderte die Anwesenheit von Papa ein.
Des Kindes Wille ist Befehl, also rein ins Bett und kuscheln.

Dann kam es unvermittelt zu besagter Erkenntnis der Kindes:
„Du bist von einem anderen Planeten, Papa!“
„Oh, wie kommst du denn darauf?“
„Na du bist anders, also musst du ein Außerirdischer sein! Du bist vom Papaplaneten, der ist hinter dem Uranus.“
„Ääähh, ah ja.“
„Du bist also ein Papanesier und weil du mit mir kuscheln kannst, bist du sogar ein papanesischer Kuschelbär!“
„Ok, aber warum denn ein Bär?“
„Weil du immer so brummelst, hihi, und das machen nur papanesische Kuschelbären!“

Tja, Claus-Herbert, so ist halt die Wahrnehmung deines Lieblingsautisten. Du brummelst, kuschelst manchmal und bist anders. Jetzt sag mal einer das Kind hat nicht Recht *grins*

Bis dann

Papanesiches Wiedertschüß *halb totlacht*

 

Reisen bildet

Na Claus-Herbert, alter Beckenrandschwimmer, wie gehts?

Gut?
Ah, nich so. Na dann erzähl mal.
Ach komm, jetzt lass dich nicht so betteln oller Brummbär!

Na siehste, geht doch.
Und los gehts:

Autofahrten sind mitunter anstrengend, langweilig oder nervig. Oftmals alles zusammen. Aber sie haben auch was Gutes. Man kann mal so richtig ausgelassen und beinahe ungestört grübeln.
Cool.
Naja fast zumindest.

Claus-Herbert rollt also mit seinem Wägelchen Richtung alte Heimat. Ausnahmsweise mal allein.
Er überlegt was ihn die letzten Tage so konfuzius macht.
Es dauert nicht lange und es wird sortiert was das Zeug hält!

Welche Lehrstelle für das mittlere Kind und vor allem wo.
Hält das jüngste Kind durch bis zum heiß-ersehnten Schullandheim.
Diese meganervige Wohnungssuche.
Der Garten, tja der Garten ist eine blühende und grünende Angelegenheit, aber eben nur durch das Unkraut. Und der Keller in dem es aussieht als hätte ein Hubschrauber gewendet und und und…..

Doch irgendwie drängen sich noch andere Gedanken dazwischen. Das ist nicht alles.

Im CD-Player dreht eine CD aus, wie er es nennt, glücklichen Tagen seine Runden. Claus-Herbert fragt sich schon lange warum ihn diese Musik aus Jugendtagen so runter zieht in den letzten Jahren.
Es ist nicht unbedingt die Sehnsucht nach dieser Zeit, es ist nicht so das er in diesem vergangenen Leben gefangen ist. Nein. Er ist im Hier und Jetzt und das ist gut so.
Was ihn so bedrückt, ist die Tatsache nicht mehr so, mh sagen wir unbeschwert und grenzenlos optimistisch zu sein wie damals.
Die Ursache des Problems schießt ihm in den Kopf.

Vor der Depression war er genau das was er heute auch ist, nur hat er es nicht so wahrgenommen.
Durch die versuchte Bewältigung der Depression war er gezwungen sich intensiv mit sich zu beschäftigen. Ein Unterfangen gegen das er sich auch heute noch ganz gewaltig wehrt, wohl wissend dass es nicht anders geht.
Erst durch dieses Graben in sich erkannte er, wo der Fehler lag bisher. Welche Komponente den ganzen Käse massgeblich geprägt hatte.

Der „Fehler“ in der Gleichung ist er selber!
Fehler natürlich nicht im negativen Sinne, sondern rein als Schlüssel.

Er konnte nicht anders handeln, konnte nicht anders fühlen und würde es immer wieder so tun, weil es einfach seine Art ist. Claus-Herbert kann nicht aus seiner Haut und würde demzufolge seine Grundeinstellung, sein Wesen weiterleben.
Das klingt grundsätzlich schon mal sehr konsequent, hat aber einen riesen Nachteil: Es wird ihn immer wieder aus der Bahn werfen, weil einfach nicht in diese vorgegebene Bahn passt. (hat übrigens nichts mit dem Übergewicht zu tun *kicher*)
Ergo müssen andere Variablen in der Gleichung ersetzt werden. Rein mathematisch betrachtet, sicher kein Ding. Nur sind diese vorgegebenen Größen das reale Leben und schon haben wir den Salat.
Die Farbe der Wand kann man ändern, auch das Sofa ist schnell getauscht aber den ganzen Apparat Menschheit kann er nicht ändern. Mist.

Sich selber ändern? Tja, Claus-Herbert, das ist sicher irgendwo möglich, aber bist das dann noch du selber?
Ich denke: nein.

Die bisher bevorzugte Version namens Rückzug ist auch keine Lösung. Nicht auf Dauer und vor allem der Entwicklung des Nachwuchses definitiv nicht zuträglich.

Eins hat er ja schon geändert. Die wenigen Kontakte die er hat sind sehr bewusst gewählt. Es sind Menschen die ihn so nehmen wie er ist oder in den selben Bahnen Denken, die selben Bilder sehen, ähnliche Einstellungen haben.
Das reduziert den Anpassungsdruck gewaltig. Diesen Druck zu erkennen und für sich zu akzeptieren hat viel zu lange gedauert, aber lieber die späte Einsicht als gar keine.
Früher hat er ihn nicht gesehen, nur die Reaktion seiner Umwelt und die hat er sich mit seiner Individualität erklärt, wenn er überhaupt darüber nachgedacht hat.

Claus-Herbert sah sich immer so wie alle anderen, obwohl er sehr wohl merkte genau das eben nicht zu sein. Geschnallt hat er es nicht. Dafür war er auch zu sehr mit seinem Leben zufrieden. Es bestand kein Grund tiefgreifend nachzudenken. Bis zum Zusammenbruch…..

Seit dem ist der Weg zwar etwas heller geworden, aber so richtig klar sehen kann er nicht.Sein ihm bekanntes Ich wird immer verschwommener, diffuser und unwirklicher. Zumindest vor dem Hintergrund der früheren Erfahrungen.
Umdenken fällt aber schwer, sagt Claus-Herbert.

Mal schauen wann er es zulässt.

Zusammenfassend können wir also feststellen, daß die heutige Autofahrt für Claus-Herbert durchaus positiv war. Mal sehen was er draus macht, der Kollege.

Bis die Tage

Beim Fußball heisst das Abseits

Da sitzt er nun und grübelt.
Wer? Was? Wie?
Oh, logisch sieht man ja nicht.

Also mal bissl zurückspulen…

Kindergeburtstag.
Claus-Herbert freut sich für sein Kind, daß es trotz der deutlichen Berührungsängste seitens der Eltern des Geburtstagskindes, eingeladen wurde.
Er musste einiges erklären, einiges klarstellen im Vorfeld. Aber egal, sein kleiner Lieblingsautist darf dabei sein. Der Rest ist Nebensache.

Aber zurück zum Thema.
Claus-Herbert ist pünktlich zur verabredeten Abholzeit an der Pizzeria.
Naja, also fast. Wie immer zu früh, aber nicht viel. Ehrenwort
Die Kinder spielen draußen, weil es noch dauert bis der Kuchen mit Wurst ( landläufig auch Pizza genannt) fertig ist.
Egal, denkt sich unser Freund und geht halt rein.
Sozialkontakte pflegen, so war der Plan.
Mh, aber irgendwie ist er mal wieder unsichtbar. Die anderen Eltern schwatzen miteinander.Ok.
Keiner scheint ihn zu bemerken. Lächeln aufsetzen und Grüßen bringt auch nix.
Also prüfender Blick über den Tisch und festgestellt : Alle Plätze vergeben. *Mhpf*

Kurze Denkpause.
Stehen bleiben ist blöd. Hinsetzen. Mh *grübel*
Bingo!
Alle Plätze besetzt heisst auch, das für andere kein Platz mehr ist. Logisch, oder?
Ergo, an den Nachbartisch gepflanzt und nen Latte geordert.
Hehe, genialer Schachzug!

Irgendwie funktioniert der Plan aber nicht wirklich. 😦
Außer dem Latte will irgendwie keiner an diesen Tisch. Selbst der Kellner hat eine deutliche Körpersprache als er das Heißgetränk servieren muss.
So wie es aussah, bereute er zutiefst nicht einen noch längeren Arm zu haben, damit er dem der da sitz nicht so nahe kommen muss.

Und wieder versteht er die Welt nicht.
Urplötzlich sitzt eine neu dazugestoßene Mama mit an dem eigentlich voll besetzten Tisch!
Wo kommt denn plötzlich der Stuhl her?…
Claus-Herbert nimmt sein Handy und versucht sich an einem Sudoku.

Am Nachbartisch sitzt eine Gruppe Frauen. Sie ratschen.
Eine kommt etwas später und stellt ihre Tasche auf den Stuhl an der Stirnseite des Tisches. Also fast neben Claus-Herbert.
Es sind wohl Stammgäste und sie scheint immer auf diesem Platz zu sitzen.
Als sie ihre Jacke zur Garderobe gebracht hatte und zum Tisch zurückkehrte, fiel ihr Blick auf den alleinsitzenden Claus-Herbert. Kurzes Stocken in der Bewegung und die Ansage an ihre Bekannten: „Ach, ich setze mich heute hier hin“ und wählt einen anderen Platz. Weg von dem mit der Pest!
Es schmerzt. So wie immer.
Oder ist Claus-Herbert einfach nur ein Meister im falsch Verstehen?…..

Die Pizza für die Geburtstagsgäste ist fertig.
Lieblingsautist bemerkt lautstark, daß seine Pizza nur in sechs Stücke geschnitten wurde und er doch sonst immer acht Stücke hat!
Claus-Herbert schaut in die Gesichter der anwesenden Gäste.
Was er da sieht kennt er eigentlich sehr gut:
Unverständnis ist noch das Harmloseste dabei.
Die zahlende Gastgeberin scheint sehr peinlich berührt zu sein, die anderen schauen deutlich ablehnend, um das mal nett zu umschreiben.

Das Kind bekommt davon zum Glück nichts mit. Claus-Herbert jedoch dafür umso deutlicher.

Das ER ausgegrenzt ist, kennt er. Daran musste er sich gewöhnen. Woran es liegt, wird wohl ein ewiges Rätsel bleiben. Auch ob er sich vielleicht selber unbewusst ausgrenzt schliesst er nicht aus.
Seinem Lieblingsautisten soll es aber besser ergehen.
Dieses Kind soll später mal nicht von sich sagen müssen es sei Einzelgänger.
Denn auch wenn Claus-Herbert das oft genug für sich feststellt oder festlegt, irgendwie drängt sich manchmal das Gefühl dazwischen es nicht ganz freiwillig zu sein.

Aber wie soll denn das Kind lernen?
Normal funktioniert das über Imitation der Eltern. Mh.
Mama kann das hervorragend, die ist aber selten greifbar.
Claus-Herbert kann es dem Nachwuchs definitiv nicht vorleben und das tut ihm unsagbar leid.
Wieder kommt ihm dieser eine Satz in den Kopf: „Macht mit mir was ihr wollt. Lehnt mich ab, benutzt mich und ignoriert mich. ABER, nicht dieses Kind, nicht dieses!“
Bei der Verabschiedung wurden sie von einigen vergessen………..

Schütteln und weiter geht’s!

Und jetzt genug. Komm Claus-Herbert, geh ne Runde basteln, das ist dein Gebiet. Da bist du gut und es beruhigt.

Halt die Ohren Steif!

Ciao